The Lovely Bones

Die Darstellung des Jenseits hat im Film eine lange Tradition. Von sehr konventionellen Himmelsdarstellungen, über futuristische Visionen bis zur reinen Fantasiewelt gibt es ein breites Spektrum. Peter Jackson („Lord of the Rings“) bleibt seinem Lieblingsgenre Fantasy treu, mischt nun aber eine gehörige Portion Drama und Thriller bei. Er erzählt nach dem Roman von Alice Sebold die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das einem Serienmörder zum Opfer gefallen ist. Die verstorbene Susie Salmon erzählt, was sich ereignet hat. Sie kann sich nicht entscheiden in den Himmel zu gehen, weil sie emotional an ihrer Familie hängt und in Angst- und Rachegefühlen gegenüber dem Mörder verstrickt bleibt. Findet sie den Weg durch den Limbo zur ewigen Anschauung Gottes?

Der Regisseur richtet seine ganze kreative Kraft auf die Darstellung der Zwischenwelt: In starken Farben, bezaubernden Naturvisionen und sphärischen Klängen versucht er, die Existenz des Mädchens zwischen Lebenden und Toten nachvollziehbar zu machen. Mit der Darstellung der titelgebenden schönen Gebeine hält er sich sehr stark zurück und vermittelt gekonnt die subjektive Innenperspektive eines 14-jährigen Teenagers. Das ungelebte Leben und der Verlust der ersten Liebe sind die treibende Kraft der Handlung und der Inszenierung. Das Jenseits bleibt ein imaginärer Raum, der in seiner visuellen Gestaltung ebenso abschrecken wie bezaubern kann.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„The Lovely Bones“, GB/USA 2009, Regie: Peter Jackson, Besetzung: Saoirse Ronan, Mark Wahlberg, Rachel Weisz, Susan Sarandon; Verleih: UPI, Internet: http://www.universalpictures.ch, Filmwebsite: http://www.lovelybones.com/intl/de

Kinostart: 18. Februar 2010