The House of Sand

Aurea folgt ihrem Mann Vasco in die Wüste von Maranhão im Nordosten Brasiliens, wo dieser ein Stück Land gekauft hat. Aureas Mutter Maria begleitet das Paar. Nach einer zweimonatigen Reise stellt sich heraus, dass das Land nicht fruchtbar ist. Aurea, inzwischen schwanger geworden, realisiert bald, dass es aus diesem Niemandsland kein Zurück gibt – vor allem als Vasco kurz darauf bei einem Unfall ums Leben kommt. Mit Hilfe von Massu, der in der nahegelegenen Siedlung fortgelaufener Sklaven lebt, lernen die Frauen, sich den Umständen anzupassen.
In der Endlosigkeit der Wüste verliert die Zeit ihre Bedeutung. Was in der fernen Zivilisation geschieht, erfahren die Frauen nur von Besuchern: Ein Leutnant, den es zweimal in die Wüste verschlägt, berichtet ihnen von den beiden Weltkriegen. Von der ersten Mondlandung erfährt Aurea von ihrer Tochter, die es fast 30 Jahre zuvor geschafft hat, der Einöde zu entfliehen und nun für einen Besuch zurückkehrt.

Wie bei Andrucha Waddingtons letztem Spielfilm „Eu, tu, eles“ spielt wiederum die Landschaft eine der Hauptrollen. Die Wüste kommt dank Cinemascope in ihrer Schön- und Kargheit voll zur Geltung. Der Film ermöglicht es dem Zuschauer auf eindrückliche Art, das 20. Jahrhundert und seine Geschehnisse aus der Sicht der Menschen zu betrachten, die in einer Welt leben, wo es ausser ihnen nichts gibt als die Landschaft und die Zeit.

Mirjam Schwaller, Redaktion Medientipp,
mirjam.schwaller@medientipp.ch

„The House of Sand“ (Casa de Areia), Brasilien 2005, Regie: Andrucha Waddington, Besetzung: Fernanda Montenegro, Fernanda Torres, Seu Jorge, Verleih: Trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org

Kinostart: 20. Juli 2006