The Hill Where the Lionesses Roar
Laut schreien die drei jungen Frauen ihren Frust, ihre Hoffnungen und Ängste ins Tal. Auf dem Hügel über dem abgelegenen Dorf fühlen sie sich frei. Qe, Jeta und Li leben im ländlichen Kosovo. Zu tun gibt es wenig, zu hoffen und zu träumen viel.
Alle drei möchten in der Stadt studieren, um eine Perspektive zu haben. Sie möchten etwas von der Welt sehen, Geld verdienen, ihr Leben leben. Sie möchten nicht im elterlichen Coiffeursalon oder als Putzfrau versauern.
Wie eingesperrte Löwinnen bewegen sich Qe, Jeta und Li immer in den gleichen Kreisen in ihrem Käfig – den starren Strukturen der Dorfgemeinschaft.
Als ihre Studienanträge zum wiederholten Mal abgelehnt werden, lässt sie die Verzweiflung aufbegehren: sie brechen aus, wenigstens für einen kurzen Augenblick.
Das Regie-Debüt der französisch-kosovarische Schauspielerin Luàna Bajrami blickt auf die Situation der jungen Frauen in den ländlichen Gebieten des Kosovo. Hier, wo die Gesellschaft noch sehr traditionell strukturiert ist, wo es wenig Entfaltungsmöglichkeiten für junge Frauen gibt, ersticken Hoffnungen und Träume häufig bereits im Keim. Weibliche Selbstermächtigung ist ein Fremdwort.
Dieses Gefühl zwischen Resignation und Vorfreude fängt die erst 21-jährige Bajrami in ihrem Coming of Age-Drama gekonnt ein. Obwohl Bajrami vieles nur andeutet und einzelne Erzählstränge nicht zu Ende erzählt, machen die intimen Einblicke in das Leben der jungen Frauen «The Hill…» zu einem sehenswerten Film.
Natalie Fritz, Religionswissenschaftlerin und Redaktorin Medientipp
«The Hill Where the Lionesses Roar» (La colline où rougissent les lionnes), Frankreich/Kosovo 2021; Regie: Luàna Bajrami; ProtagonistInnen: Flaka Latifi, Urate Shabani, Era Balaj; Verleih: Xenix Filmdistribution GmbH, http://www.xenixfilm.ch/de/film_info.php?ID=12030
Ab 18. August 2022 im Kino
