The Grandmaster
Im Genre des Kampfkunstfilms gibt es eine reiche visuelle Sprache, die nun von Wong Kar-Wai fortgeschrieben wird. Seine Hommage gilt dem legendären Ip Man, der als bedeutender Vermittler des chinesischen Wushu in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt. Seine ‹klebenden Hände› sind in die Annalen der Kampfkunst eingegangen. So gibt es auch im Film eine Schlüsselszene, in der ein grosser Meister des Nordens mit Ip Man einen runden Kuchen festhält, der im Kampf nicht zerbrechen darf. Alle Szenen tragen die unvergleichliche Handschrift von Wong Kar-Wai, der mit seinen melancholischen Liebesdramen «In the Mood for Love» und «2046» berühmt wurde.
Das Historiendrama reiht die Ereignisse von 1936 bis 1952 wie auf einer Perlenkette aneinander und konzentriert sich dabei auf die Familiengeschichte des Helden. Im Kern geht es hier – wie in vielen biblischen Geschichten des Alten Testaments – um Genealogien. Eine verwirrende Vielfalt von Stilen aus dem Norden und dem Süden Chinas werden präsentiert. Die Grundfrage ist dabei: wie können diese verschiedenen Traditionen miteinander verbunden werden, damit sie überleben; Abstammung, Verknüpfung und Fortführung sind der Kern der episodischen Erzählung. So wird auch der Übergang in die Moderne im Abspann des Films gezeigt: Bruce Lee war ein Schüler von Ip Man und hat seine Kampfkunst für die Nachwelt gerettet.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«The Grandmaster», China / Honkong 2013, Regie: Wong Kar-Wai, Besetzung: Tony Leung, Ziyi Zhang, Chen Chang; Verleih: Filmcoopi Zürich, Internet: http://www.filmcoopi.ch
Kinostart: 11. Juli 2013
