The Bubble
Anfangs scheint die Liebe zwischen dem Israeli Noam und dem Palästinenser Ashraf rosarot. Ashraf zieht in Noams WG in Tel Aviv ein und teilt das unbekümmerte Leben seines Freundes zwischen Partys und Alltag. Jung und vermeintlich unpolitisch wollen sie einfach nur leben. Doch Ashraf muss seine Herkunft geheim halten, und als er zur Hochzeit seiner Schwester auf palästinensisches Gebiet zurückkehrt, steht das Paar vor einer Zerreissprobe.
Als „Seifenblase“ bezeichnet der israelische Regisseur Eytan Fox (Yossi & Jager) Tel Aviv, denn in der trendigen Stadt lassen sich die Probleme des Nahen Ostens leicht ausblenden. Allerdings fokussiert er schon mit den ersten Szenen die politische Realität: Im Militärdienst an einem Checkpoint erlebt Noam die mit Terrorangst und militärischer Willkür aufgeladene Atmosphäre. Vor diesem Hintergrund ist sein Leben – und der lockere Hauptteil des Films – nie so leicht, wie es scheint, auch wenn Noam und seine Freunde sich noch so bemühen. Und doch vergisst man es beim Zuschauen und wird genauso wie die Filmfiguren von der Dramatik der politischen Situation überrascht, als die Seifenblase zu platzen droht. Das tragische Ende, für dass sich Fox entschieden hat, kommt leider etwas pathetisch daher. Dass es schockiert, ist aber konsequent, alles andere wäre einfach zu rosarot gewesen.
Christine Stark, Reformierte Filmbeauftragte
christine.stark@ref.ch
„The Bubble“, Regie: Eytan Fox, Israel 2006, Besetzung: Ohad Knoller, Yousef Sweid, Daniela Wircer, Alon Friedmann; Verleiher: Xenix Filmdistribution, Internet: http://www.xenixfilm.ch
Kinostart: 13. September 2007
