Tan de Repente

Marcias Leben besteht aus ihrem Alltag in Buenos Aires und dem Übergewicht, das ihr zu schaffen macht. Das ändert sich schlagartig, als sie Mao und Lenine, ein junges Punkerinnenpaar, kennenlernt. Mao hat sich in sie verliebt. Um Marcia ihre Liebe zu beweisen, will sie mit ihr auf eine Reise gehen. Die beiden Punkerinnen entführen Marcia, die sich halb freiwillig, halb gezwungen auf das seltsame Angebot einlässt. «Liebe, die man nicht erklären kann, kann man beweisen, und die Beweise sind genauso viel wert wie die Liebe», findet Mao.

Der Argentinier Diego Lerman zeigt in seinem Film eine Fahrt voller Überraschungen und Humor zu einem unmöglichen, zeitlosen Ort. In den schwarz-weissen Bildern versteckt sich eine Melancholie, die das argentinische Lebensgefühl spiegelt. «Tan de Repente» bleibt dabei in der Schwebe zwischen einer Liebesgeschichte und einem surrealen Huis-Clos. Frauen verschiedener Generationen treffen sich in einem Haus und suchen nach einer neuen Perspektive in ihrem Leben. Dabei wirft der Film mehr Fragen auf, als er beantwortet.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Tan de Repente», Argentinien 2002, Regie: Diego Lerman, Besetzung: Tatiana Saphir, Carla Crespo, Veronica Hassan, Verleih: Filmcoopi Zürich.
Internet: pyramidefilms.fr/tan-de-repente