Syriana

Ein fiktives Land erstreckt sich über den Nahen Osten: Das Erdölgebiet zwischen Syrien, Iran, Irak und den Arabischen Emiraten. Dieses ist für die amerikanischen Interessen dermassen wichtig, dass die Supermacht alle Mittel einsetzt, um die Kontrolle darüber zu behalten. Im komplizierten Geflecht der politischen und wirtschaftlichen Ansprüche erscheint die Korruption als Normalfall. Und falls bestimmte Regierungen ihre Selbstbestimmung zu Ernst nehmen, ist der gewaltsame Eingriff der U.S.-Geheimdienste die logische Konsequenz. Einzelne Personen werden in diesem Machtpoker ausgebeutet und zermalmt. So zum Beispiel der CIA-Agent Bob Barnes, der nach langen Jahren im Dienst einfach fallen gelassen wird. Oder der Wirtschaftsberater Bryan Woodman, der beim Prinzen Nasir Al-Subaai anheuert. Der arbeitslose Pakistani Wasim erleidet ein gewaltsames Ende im Attentat auf einen Erdölhafen.

«Syriana» ist ein intelligenter Polit-Thriller, der vor allem als Hommage an desavouierte Geheimdienstler funktioniert. Die Vorlage basiert auf Erfahrungen von Robert Baer, dessen Kenntnisse des Nahen Ostens den Ambitionen der Regierung Bush zuwiderlief. In der Rolle des desillusionierten CIA-Mannes brilliert George Clooney. Mit Bart und Bauch spielt er konsequent gegen sein Star-Image und beweist mit seiner Präsenz im Film politischen Mut.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Syriana», USA 2005, Regie: Stephen Gaghan, Besetzung: Kayvan Novak, George Clooney, Amr Waked, Matt Damon; Verleih: Fox-Warner, Internet: http://www.fox-warner.ch, Filmwebsite: Internet: http://www.syriana.ch