Stimmen im Kopf
Etwa 6 bis 15 Prozent aller Menschen hören irgendwann einmal im Leben Stimmen. Viele Stimmenhörer leben mit ihren unsichtbaren Begleitern sogar ein ganzes Leben lang. Weit über die Hälfte der Stimmenhörer sind psychisch gesund und führen ein völlig unauffälliges Leben. Trotzdem werden Stimmenhörer weiterhin stigmatisiert. Nur wenige sprechen daher offen über ihre Erfahrungen. Dabei ist die historische Epoche, in der das Stimmenhören kulturell nicht anerkannt war, relativ kurz: Hildegard von Bingen gab an, ihr gesamtes Heilwissen visionären Stimmen zu verdanken; Jeanne d’Arc, Giordano Bruno, Rainer Maria Rilke, Winston Churchill, Virginia Woolf und Andy Warhol zählen zu den Stimmenhörern. Woher kommen die Stimmen? Galt das Stimmenhören besonders in den letzten Jahrzehnten als Symptom einer gestörten Hirnfunktion, werfen Forscher heute einen neuen Blick auf dieses alte Phänomen – und fördern Erstaunliches zutage: Gehirnscanner zeigen, dass das Stimmenhören keine Einbildung ist; Betroffene hören tatsächlich etwas
