Sternstunde Religion. Das Tier – Ein Geschöpf wie wir

Die Speiseregeln in den Religionen beziehen sich fast alle auf Tiere und ihren Verzehr durch die Menschen. Je nach Glauben gelten Kühe als heilig, Schweine dürfen nicht gegessen werden, der Freitag soll fleischlos sein, besser noch, es soll gar kein Fleisch gegessen werden. Heute bekommen diese Gebote eine unerwartete Dringlichkeit. Denn noch nie wurde so viel und so kontrovers über die Rechte der Tiere, ihre artgerechte Haltung und über den Konsum tierischer Produkte diskutiert wie heute. Einerseits haben sich die Menschen gerade in der Nutztierhaltung von den Tieren entfremdet, andererseits ist eine Überhöhung des Tieres bei manchen Haustierhaltern zu beobachten, durchaus zum Leidwesen ihrer Lieblinge. Denn die Vermenschlichung des Tieres ist wenig artgerecht. Amira Hafner-Al-Jabaji fragt den Theologen und Tierethiker Christoph Ammann, welche christlichen Positionen es zum Tier gibt und wie sie sich verändern. Wann ist die Beziehung Mensch-Tier im Lot, und wo kippt sie in eine Entwürdigung oder Vergöttlichung? Was ist von Gottesdiensten mit Tieren zu halten? Von Tiersegnungen oder Pilgern mit Hunden? Geht es um das Wohl des Tieres oder um das der Menschen? Und: Haben Tiere einen Glauben?