Sternstunde Philosophie. Thomas Hürlimann im Gespräch mit Barbara Bleisch

Als junger Klosterschüler war Thomas Hürlimann mit der Vertikalen bestens vertraut: Die Glocken im Kirchturm gaben das Zeitmass an, das Studium von Geschichte, Literatur und Philosophie liessen ihn seine Wurzeln verstehen. Die heutigen Menschen lebten hingegen in der Horizontalen, beklagt Hürlimann: Sie spüren weder die Sehnsucht nach Metaphysik, noch besinnen sie sich auf ihre Wurzeln. Das findet der bedeutende Schriftsteller nicht nur bedauerlich, sondern gefährlich. Ist Hürlimann damit schon ein Konservativer, der wie Botho Strauss den «Verlust der Tiefenerinnerung» kommen sieht? Barbara Bleisch spricht mit einem der streitbarsten aller Schweizer Intellektuellen über die Sehnsucht nach dem Altbewährten und den Segen des Kreuzes