Sternstunde Philosophie. Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert

Manche Menschen kommen mit einer Behinderung zur Welt, andere verunfallen in der Lebensmitte, wieder andere werden im Alter blind oder gehörlos. Wie es sich mit einer Behinderung leben lässt, hängt stark von der Gesellschaft ab, in der man lebt. Was aber braucht es, um Menschen mit Behinderung mit einzubeziehen und zu berücksichtigen – ohne dass sie unter Leistungsdruck geraten und überfordert sind, weil sie täglich mit ihrem Anderssein konfrontiert werden? Wie können sich behinderte und nicht behinderte Menschen auf Augenhöhe begegnen? Und was bedeutet es für uns alle, wenn die vorgeburtliche Diagnostik dazu führt, dass sich immer mehr Paare gegen ein Kind mit einer Behinderung entscheiden? Tom Shakespeare, Professor für «Disability Research» an der London School of Hygiene and Tropical Medicine, ist mit Achondroplasie (Kleinwuchs) geboren. Im Gespräch mit Barbara Bleisch diskutiert er, was Gleichberechtigung angesichts unserer Verschiedenheit und was Selbstoptimierung in diesem Kontext bedeutet