Stationen. Melanie, ein Heimkind kämpft sich durch

Seit fünf Jahren wohnt Melanie im Antonia-Werr-Zentrum, einer heilpädagogischen Einrichtung der Oberzeller Franziskanerinnen für traumatisierte Mädchen. Mit 14 wurde sie von ihren Pflegeeltern, einem evangelischen Pfarrerehepaar, hierher gebracht – verstört, voller Wut, voller Trauer. Ihre Pflegeeltern mussten sich eingestehen, dass sie mit Melanie und ihrem jüngeren Bruder überfordert waren. Auch wenn sie nur das Beste wollten. Sie hatten die beiden aus einem Kinderheim geholt und wollten ihnen eine Familie geben – was bei Melanies Vorgeschichte nicht möglich war. Erst nach zwei Jahren arrangiert Melanie sich mit der Situation. Sie macht ihren Schulabschluss, kann ihre Ausbildung als Hauwirtschafterin im Zentrum machen. Melanie geniesst die Abgeschlossenheit der Einrichtung. Sie fühlt sich beschützt. Nun muss sie ausziehen, sie hat einen Job in Würzburg bekommen