Stationen. Fleisch essen mit gutem Gewissen?
Die Lebensphilosophie von Bäuerin Stephanie heisst: Ehrfurcht vor der Schöpfung. Daher hat sie auf Zweinutzen-Hühner umgestellt: Die Hühner legen Eier und die Hähnchen werden zur Mast genutzt. Was völlig normal klingt, ist eine Ausnahme: Denn die männlichen Küken der Legerasse setzen wenig Fleisch an, eine Aufzucht ist nicht wirtschaftlich. Deshalb werden sie am ersten Lebenstag getötet. Auch der Kölner Metzger Matthias Kürten hat Ehrfurcht vor dem Tier. Schweine oder Rinder, die in der Massentierhaltung gelitten haben, kommen für ihn nicht infrage. Der 40-Jährige ist wohl der einzige mobile Metzger Deutschlands. Er kommt zu seinen Kunden auf den Hof. Ihm ist es wichtig, das Tier ganzheitlich zu verwerten. Eine seiner Kundinnen ist die junge Landwirtin Annika aus St. Augustin. Sie zieht, über das Jahr verteilt, immer ein paar Schweine gross. Ihre Schweine sterben, wo sie aufgewachsen sind. Ohne Tiertransport. Ist unter diesen Umständen das Töten eines Tieres ethisch vertretbar?
