Stanley Kubricks Filmmusik im Konzertsaal

Die Filmmusik von «Barry Lyndon» hat eine Geschichte. Während der Entstehung von «2001: A Space Odyssey» verpflichtete das Hollywoodstudio MGM den Filmemacher Stanley Kubrick für einen Original-Soundtrack zur Zusammenarbeit mit dem Komponisten Alex North. In Erwartung von Norths Partitur beschloss Kubrick, die Bilder provisorisch mit Klassikstücken zu unterlegen. Als Alex North seine Filmmusik lieferte, befand Kubrick, dass die klassischen Werke viel besser passten, und behielt sie im Film. MGM gab schliesslich klein bei. Kubrick zeigte Hollywoods professionellen Filmkomponisten auch bei seinen Folgefilmen die kalte Schulter. Das Konzert bringt vor allem zwei Werke zu Gehör, die später immer wieder in Filmen verwendet wurden: die «Sarabande» der Suite Nr. 11 für ein solistisches Cembalo, die Händel zwischen 1703 und 1720 komponierte, und den zweiten Satz des Trios in Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2, komponiert von Franz Schubert im November 1827 – eine von Kubrick wegen ihrer Ausdrucksstärke ausgewählte romantische Melodie