Spring, Summer, Fall, Winter… and Spring

Das Leben ist Leiden, und die Welt besteht aus Illusionen. Nur durch grosse Anstrengung ist es möglich, sich aus dem Kreislauf des Lebens zu befreien. So könnte der buddhistisch geprägte Film von Kim Ki-duk kurz zusammengefasst werden. Und doch ist diese traumhafte Bildmeditation mehr als nur eine Umsetzung des Herz Sutra, einem zentralen Lehrtext des Mahayana.

Vor dem Hintergrund eines schwimmenden Mönchsklosters spielt sich das Drama des Lebens ab. Über fünf Lebensstationen, die den Jahreszeiten entsprechen, erzählt Kim von der Entwicklung eines Mönches vom Jungen bis zum alten Mann. Die Parabel zeigt verschiedene Stationen eines Menschen auf dem Lebensweg: die Grausamkeit der Kindheit, die erste Liebe, die Besessenheit im Begehren, den Schmerz eines Mörders und die Befreiung durch den Kampf mit sich selbst. Die aussergewöhnliche Dichte und Komposition der Bilder machen den Film zum Genuss für die Sinne. Die Naturlandschaften sind in warmen Farben gezeichnet. Der Schauplatz des kleinen Klosters als Bühne ist schlicht atemberaubend. In dieser harmonischen Umgebung bildet die Geschichte den Stachel und verweist auf die Vergänglichkeit der Dinge. Leere ist Form, Form ist Leere. An diesem Paradoxon haben viele Generationen von Gläubigen gearbeitet, gelitten und vielleicht dadurch die grosse Befreiung erfahren.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Spring, Summer, Fall, Winter… and Spring», Korea 2003, Regie: Kim Ki-Duk, Besetzung: Oh Young-soo, Kim Jong-ho, Seo Jae-Kyung, Kim Young-min, Verleih: Filmcoopi, Internet: http://www.filmcoopi.ch

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