Spiele zur Feier der XI. Olympiade
Wer sich die Aufnahmen anschaut, die 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin gedreht wurden, könnte fast vergessen, dass sie unter dem Naziregime entstanden. Deutschland präsentierte sich vor den Augen der Welt als wiedererstarktes, sportbegeistertes und friedfertiges Land. Zwei Wochen lang schien die Zeit still zu stehen. Der triumphale Auftritt des schwarzen US-Athleten Jesse Owens, der in Berlin vier Goldmedaillen gewann, symbolisiert bis heute die Grösse des Sports und des olympischen Ideals – als wäre Jesse Owens unser aller Champion, als habe er im Stadion ganz allein das Ungeheuer des Nationalsozialismus besiegt. Doch die schöne Geschichte, an die wir so gerne glauben würden, ist eine Verdrehung der Wirklichkeit, eine Fiktion, in der der Sport lediglich eine Alibifunktion hatte. Es ging um Politik und Propaganda, nicht um Sport
