Southpaw
Sein Name ist Programm: Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Boxer Billy Hope hat es bis ganz nach oben geschafft. Und das als sogenannter «Southpaw», als Rechtsausleger – eine im Boxen verpönte Grundstellung, bei der man mit links schlägt. Auch für Hope selbst ist sein Stil gefährlich – ohne Verteidigung steckt er regelmässig zu viel ein. Seine Frau Maureen bittet den Hitzkopf deshalb kürzer zu treten, damit seine Tochter nicht irgendwann ohne ihn aufwachsen muss. Kurz darauf bewahrheiten sich ihre Befürchtungen und Hope gleitet das Leben aus den Händen.
Hollywood liebt Boxerdramen und Antoine Fuqua schreibt gerne Geschichten über Menschen, die sich durchs Leben kämpfen. Dass er hier die Regie übernahm, war also keine Überraschung. Dass Billy Hope ursprünglich von Rapper Eminem gespielt werden sollte, dann aber durch Jake Gyllenhaal ersetzt wurde, jedoch schon. Ein grosser Gewinn für den Film, denn im nuschelnden Gossenslang ist er die authentischste Figur von allen. Nach seiner Magerkur für den Film «Nightcrawler» rannte Gyllenhaal direkt ins Fitnessstudio, um sich in nur sechs Monaten nicht nur sein Normalgewicht wieder anzutrainieren, sondern zusätzliche 8 kg Muskelmasse. Seine physische Präsenz gleicht einer rohen Naturgewalt, energisch, bedrohlich und selbstzerstörerisch. Gleichzeitig schafft es Gyllenhaal aber auch, eine verletzliche Seite zu zeigen. Eine beeindruckende Schauspielleistung, die über jedem Pathos steht.
Sarah Stutte, Filmjournalistin
sarah.stutte@medientipp.ch
«Southpaw», USA 2014, Regie: Antoine Fuqua, Besetzung: Jake Gyllenhaal, Oona Laurence, Forest Whitaker; Verleih: Ascot Elite, http://www.ascot-elite.ch; Filmwebsite: http://www.southpaw.de
Kinostart: 20. August 2015
