Sonita

Es klingt wie ein modernes Märchen. Die Geschichte des afghanischen Flüchtlingsmädchens Sonita, das verbissen an seinem Traum von der Musikkarriere festhält, der sich schliesslich verwirklicht. Doch vielmehr ist es ein weiterer wichtiger Sieg im ständigen Kampf ums Überleben, mit dem sie schon als Kind, während des Kriegs in Afghanistan konfrontiert wurde und den sie später als 19-Jährige im Iran, illegal und auf sich allein gestellt, jeden Tag aufs Neue kämpft. Erst recht, als die Mutter sie wieder zurück nach Afghanistan holen will, um sie als Braut zu verkaufen. Mit dem Erlös soll die Hochzeit des Bruders finanziert werden. Sonita und ihr Umfeld, etwa die Schulleiterin der NGO-Einrichtung, die sie und andere Kinder kostenlos unterrichtet, verurteilen das Vorhaben.

Hilfe bekommt die starke, junge Frau von unerwarteter Seite. Die Regisseurin des Films, Rokhsareh Ghaemmaghami, gibt ihre neutrale Position auf und dreht mit ihrer Kamera den Videoclip zu Sonitas erstem Rapsong «Brides for Sale», der sich im Internet in Windeseile verbreitet. Darauf aufmerksam wird auch eine amerikanische Musikschule, die ihr ein volles Stipendium in den Staaten anbietet. Der Rest ist Geschichte. Eine packend erzählte Geschichte mit einer charismatischen Hauptfigur, der man nur zu gerne gönnt, jeden weiteren Kampf für sich zu entscheiden. Der Film gewann den Publikumspreis sowie den Preis der Grand Jury am diesjährigen Sundance Festival.

Sarah Stutte, Filmjournalistin

«Sonita», Deutschland/Schweiz/Iran 2015, Regie: Rokhsareh Ghaem Maghami; Verleih: Xenix Filmdistribution, Kontakt: distribution@xenixfilm.ch, http://www.xenixfilm.ch

Kinostart: 7. April 2016