Sein und Haben
Das Genre des «Lehrerfilms» hat sich in den letzten Jahren vor allem in Filmen aus Asien und Afrika gezeigt. Nun kommt mit «Sein und Haben» ein wunderbarer Film aus Frankreich in die Kinos, der sich auf das Wesentliche besinnt. Die Überzeugung, dass Erziehung mehr ist als Vermittlung von Wissen, verkörpert Monsieur Lopez mit Leib und Seele. Er ist Lehrer in einem französischen Bergdorf und betreut seine Schar aus vier- bis zwölfjährigen Schülern mit Güte und natürlicher Autorität. Es ist die Rückbesinnung auf Grundwerte wie Glück und Vertrauen, die den Dokumentarfilm von Nicolas Philibert zum Erlebnis machen. Das Innehalten in einer schnelllebigen Zeit, in der Kinder bestenfalls wie kleine Erwachsene behandelt werden. «Sein und Haben» zeigt, dass es auch anders geht – und gehen muss, wenn man das Leben lebenswert erhalten will.
Philiberts genaue Beobachtung des Schulalltags beeindruckt durch seine Konzentration auf das Wesentliche, den präzisen Gebrauch der filmischen Mittel, die im Hintergrund bleiben, um die Botschaft nicht zu überlagern. Es ist ein bewusst schlichter Film, der seine Schönheit aus der erzählerischen Bescheidenheit erschafft.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Sein und Haben» (Être et Avoir) Frankreich 2002, Regie: Nicolas Philibert, Dokumentarfilm, Verleih: Xenix Filmdistribution, Langstrasse 64, Postfach, 8026 Zürich, Telefon: ++41 (0)1 296 50 40, Fax: ++41 (0)1 296 50 45, E-Mail: distribution@xenix.ch, Internet: http://www.xenixfilm.ch
Europäischer Filmpreis 2002
Filmstart: 13. März
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