Schweizer Filme und Kirchenjury bei der Berlinale
(medientipp) Am Donnerstag, den 11. Februar, beginnt das Internationale Film Festival Berlin. Mit dabei ist neben Schweizer Filmschaffenden auch die sechsköpfige Ökumenische Jury, die drei Filme auszeichnen wird.
«Hail, Caesar!» (USA/GB 2015), der neue Film der Brüder Joel und Ethan Coen, eröffnet die 66. Berlinale, die neben Cannes und Venedig zu den grössten und bedeutendsten Filmfestivals gehört. Mehr als 400 Filme kommen in den verschiedenen Sektionen zur Aufführung. [bild56426|25872lw160h90c-]Insgesamt 18 Wettbewerbsbeiträge konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die die internationale Jury unter Präsidentin Meryl Streep vergeben. Darunter befinden sich u.a. die neuen Arbeiten von Mani Haghighi (Iran), Lav Diaz (Philippinen), Thomas Vinterberg (Dänemark), Jeff Nichols (USA), André Téchiné (Frankreich) und Danis Tanovic (Bosnien und Herzegowina).
Schweizer Filmschaffen in Berlin
In der Panorama-Sektion mit 51 Filmen feiern auch Jan Gassmann und Tobias Nölle, zwei Schweizer Regisseure des Films «Heimatland» (CH/D 2015), die Weltpremiere ihrer neusten Werke. [bild56425|25872rw160h90c-]Im Forum stellen Maya Kosa und Sergio da Costa ihren Dokumentarfilm «Rio Corgo» (CH/P 2015) vor. In den Sektionen Generation Kplus und 14plus laufen der abendfüllende Animationsfilm «Molly Monster» (CH/D/S 2015) sowie drei Schweizer Kurzfilme. Schliesslich vertritt Kacey Mottet Klein die Schweiz als Shooting Star und ist zudem in einer Hauptrolle in André Techinés Film «Quand on a 17 ans» (F 2016) im prestigeträchtigen Wettbewerb zu sehen.
Preise der Ökumenischen Jury
Neben den offiziellen Jurys sind auch zahlreiche unabhängige Jurys akkreditiert, die das vielfältige Filmschaffen nach ihren Kriterien beurteilen und bewerten – zu viele, als dass die Presse über deren Entscheide berichten kann. Eine Jury der katholischen Filmarbeit war an der Berlinale bereits 1954 präsent, jene der evangelischen Filmarbeit vergab 1963 erstmals den Otto Dibelius-Filmpreis. [bild21112|25872lw160h90c-]Seit 25 Jahren sind die Internationale Katholische Vereinigung für Kommunikation Signis und die Internationale Kirchliche Filmorganisation Interfilm auch an der Berlinale mit einer gemeinsamen Ökumenischen Jury vertreten. Sie vergibt ihren Hauptpreis für einen Film aus dem offiziellen Wettbewerb, sowie je einen Preis in der Höhe von 2‘500 Euro für einen Film aus der Sektion des Panorama und einen Film aus dem Programm des Internationalen Forums des Jungen Films. Die Jury verleiht ihre Preise an Filme von Filmschaffenden, denen es mit wirklicher künstlerischer Begabung gelingt, ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck zu bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder das Publikum für spirituelle, menschliche oder soziale Fragen und Werte zu sensibilisieren.
Mitglieder der Jury sind der New Yorker Pfarrer Micah Bucey und der australische Filmkritiker Callum Ryan. Aus Frankreich sind Aurore Renaut und Jacques Vercueil und aus Deutschland der Berliner Filmdozent Hans-Joachim Neubauer und die Fotografin Marisa Winter, welche die Jury präsidiert. Am Sonntag wird die Jury bei einem ökumenischen Empfang im Haus der Evangelischen Kirche (EKD) am Gendarmenmarkt in Anwesenheit von Pastor Dr. Johann Hinrich Claussen, dem neuen Kulturbeauftragten der EKD, und dem Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch, vorgestellt.
[bild56429|25872lw160h195c-]Politisches Engagement für Geflüchtete
Ohne Zweifel wird auch an dieser Berlinale wieder starkes politisches Engagement spürbar werden. Im Vorfeld wurde an die eigenen Anfänge vor 66 Jahren erinnert, als in Europa Millionen Deutsche auf der Flucht oder von Vertreibung traumatisiert waren Das Festival hat seither immer auf gesellschaftliche Situationen reagiert und es sich zur Aufgabe gemacht, Verständigung, Toleranz und Akzeptanz zu fördern. Entsprechend bietet die Berlinale auch jetzt zahlreiche zusätzliche Aktivitäten für Geflüchtete an und fördert die kulturelle Teilhabe von sozial Benachteiligten.
Hans Hodel, Jurykoordinator von Interfilm
hans.hodel@outlook.com
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Berlinale Shorts Online Auf der Webseite der Belinale Shorts Online sind noch bis Mitte März 2016 sechs Kurzfilme zu den Themen Ankunft und Abschied, Heimat und Fremde zu sehen. Drei Filme aus den letzten Jahgängen der Berlinale Shorts-Sektion sind bereits online, drei weitere Filme, die im diesjährigen Festivalprogramm laufen, werdenim Lauf der Berlinale freigeschaltet. |
