Satin rouge

Das bezaubernde Erstlingswerk der jungen tunesischen Regisseurin Raja Amari wirkt wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Die Geschichte dreht sich um Lilia, eine etwa vierzigjährige, attraktive Frau, die zurückgezogen in der Erinnerung an ihren verstorbenen Mann lebt, um ihre aufblühende Tochter Salma und um deren Liebhaber Chokri, ein Musiker im Cabaret «Satin Rouge».

Die Protagonistin, zunächst ängstlich besorgte Mutter ihrer Tochter und schliesslich breitwillige Schwiegermutter von Chokri, erlebt mit der Entdeckung des Cabarets und ihrer Lust am Bauchtanz ein unerwartetes Wechselbad der Gefühle. Der Film erzählt Lilias emanzipatorischen Weg und die dabei erlebte Frauensolidarität in ausdrucksstarken Bildern und erstaunt zuweilen durch eine für die arabische Männergesellschaft eher ungewöhnliche Freizügigkeit. Stets unter Kontrolle der wohlmeinenden Nachbarn und Verwandten personifiziert Lilia die Scheinheiligkeit der Gesellschaft auf betörende Weise. Ein mutiger Film.

Hans Hodel, Filmbeauftragter Reformierte Medien

«Satin rouge», Tunesien 2002, Regie: Raja Amari, Besetzung: Hiam Abbass, Hend El, Maher Kamoun Fahem, Monia Hichri, Faouzia Badr, Nadra Lamloum, Verleih: trigon-film, Klosterstrasse 42, Postfach, 5430 Wettingen 1, Telefon: ++41 (0)56 430 12 30, Fax: ++41 (0)56 430 12 31, E-Mail: E-Mail: info@trigon-film.org, Internet: http://www.trigon-film.org

Kinostart: «Satin rouge» läuft aktuell in Chur, Baden, Basel, Brugg, Zug und Zürich und ab 5. Dezember auch in Bern und St. Gallen