Salmon Fishing in the Yemen
«To faith and fish!», erhebt der Scheich sein Glas. Dies, obwohl der englische Naturwissenschaftler und Fischereiexperte Dr. Jones sich als areligiösen Menschen bezeichnet. Überhaupt ist Jones wider Willen hier. Als ob man nordländischen Lachs einfach in die Wüste von Jemen versetzen könnte. Nur weil dieser Scheich Geld hat und wie ein Engländer in Jemen fischen will. Die Idee wirkt auf Dr. Jones so absurd wie auf die Zuschauenden und das politische Argument, dass endlich mal eine erfreuliche Geschichte aus dem Nahen Osten in die Medien soll, macht die Sache nicht besser.
Zusammen mit dem seriösen Dr. Jones wird man buchstäblich in die Geschichte verwickelt. Da sind diese grossartigen Landschaften, die Machbarkeitsstudien und natürlich Alfred Jones, der lieber zu Hause im Büro sitzen oder mit seinen Karpfen im Teich sprechen würde. Weil ihn seine Frau gerade aus Karrieregründen verlassen hat, kann er sich ebenso gut auf die Realisierung unmöglicher Träume einlassen. Dabei trifft er Harriet Chetwode-Talbot, deren neuer Boyfriend eben nach Afghanistan eingezogen wurde und nun auf einer Vermisstenliste steht. Am Schluss erkennen die nüchternen Engländer, dass Wunder geschehen können – trotz herber Rückschläge, was Lachs und Mensch betrifft. Und den Produzenten von «Slumdog Millionaire» ist mit «Salmon Fishing in Yemen» ein bezaubernder, witziger und frischer Film über kulturelle Unterschiede, Liebe und Fische gelungen.
Brigitta Rotach, Kulturjournalistin
brigitta.rotach@access.uzh.ch
«Salmon Fishing in the Yemen», USA 2011, Regie: Lasse Hallström, Besetzung: Ewan McGregor, Emily Blunt, Kristin Scott Thomas; Verleih: Ascot Elite Film AG, http://www.ascot-elite.ch
Kinostart: 17. Mai 2012
