Rückblick: Podiumsgespräch der Radio- und Fernsehgesellschaft Zürich RFZ

(medientipp) „Wer kontrolliert die Programme der SRG SSR idée suisse?“ Unter diesem Titel haben am 21. Januar Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medien und Verwaltung über die möglichen Kritik- und Kontrollinstanzen der SRG diskutiert. Martin Dumermuth, Vizedirektor des Bundesamtes für Kommunikation BAKOM, und Patrick Donges, Medienwissenschaftler am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich IPMZ, setzten sich für die Schaffung eines Beirats ein. Denn bisher fehle es an einem Organ, das den notwendigen gesellschaftlichen Diskurs über die Erfüllung des kulturellen Auftrags der SRG gewährleistet. Vertreter des Publikumsrates und der Unabhängigen Beschwerdeinstanz UBI äusserten sich dazu kritisch. Der Publikumsrat würde diese Aufgabe bereits leisten, während die SRG mit einer zusätzlichen Kontrollinstanz wie dem Beirat überreguliert würde. Dem pflichtete auch Josefa Haas, Leiterin der SRG SSR-Unternehmenskommunikation, bei. Catherine Aeschbacher, Medienredaktorin beim Tages-Anzeiger und früheres Mitglied des Presserats, unterstützte die Idee des Beirats im Grundsatz, meldete jedoch praktische Probleme an: Ein Gremium von neun bis elf Mitgliedern könnte schnell überlastet sein, wenn es auf alle gesellschaftlichen und medienpolitischen Fragen vertieft eingehen wollte. Martin Dumermuth betonte, dass die Idee des Beirats noch nicht ausgegoren sei. Vor allem die Wahl des Beirats durch den Bundesrat sei bei der Vernehmlassung verschiedentlich auf Kritik gestossen. Eine revidierte Fassung des Gesetzesentwurfs zum neuen Radio- und Fernsehgesetz RTVG will der Bundesrat noch vor dem Sommer präsentieren.