Röntgenbild einer Familie
«Mutter heiratete Vaters Foto» – so beginnt der Dokumentarfilm. Die Eltern lernen sich Ende der 60er in Teheran kennen: Der Sohn aus wohlhabendem, weltlich-westlich orientiertem Hause und Student der Medizin in Genf und die sehr junge Tochter einer ehrbaren, strenggläubigen Familie. Die Hochzeit findet während des laufenden Semesters statt, er kann Genf dafür nicht verlassen – und so heiratet die Braut Tahereh, genannt Tahi, ein Foto. Schnell kommt ein Gefühl der Zerrissenheit auf, das die Ehe der beiden begleiten wird. Schon die Reise in die Schweiz zum Ehemann ist von Zweifeln begleitet: Darf ich in ein nicht-muslimisches Land reisen? Was kann ich dort essen? Soll ich den Hidschab tragen? Das Leben im Westen scheint eine einzige Sünde. Doch er, «Monsieur», geniesst sein freies Leben in der Schweiz. Als Tahi schwanger wird, besteht sie darauf, in den Iran zurückzukehren. Man richtet sich dort ein, doch der Glaubenskampf in der Familie geht weiter und schliesst nun die kleine Tochter mit ein. Und 1979, mit dem Beginn der Revolution im Iran, verschiebt sich die Machtbalance in der Familie weiter …
