Richard III.
England Ende des 15. Jahrhunderts: Richard ist ein hässlicher, buckliger Krüppel, der auf den Schlachtfeldern vor allem seinem Bruder Edward gute Dienste geleistet hat. Jetzt ist Edward König – dank der Mordlust seines Bruders. Dieser jedoch findet keinen Frieden, zu tief sitzt sein Hass auf die Welt, zu der er nicht gehört. Also mordet er weiter, bis er selbst den Thron von England besteigt. Doch auch dieser Triumph wird seine Kränkung über das, was ihm die Natur angetan hat, nicht stillen. Allein an der Spitze richtet er sein Wüten nun gegen seinen eigentlichen Feind – sich selbst. «Richard III.» ist eines der frühesten Stücke Shakespeares und seine Titelfigur der erste in einer Reihe von Bösewichten im Werk des Jahrtausendgenies. Die Verführungskraft Richards liegt in ihrer hemmungslosen, lustvoll zur Schau gestellten Amoralität. Aber das Stück erschöpft sich nicht in der Dämonisierung eines psychopathischen Amokläufers. Es ist auch das Porträt einer zerrütteten Machtelite …
