Rabbit Hole
Becca und Howie wohnen in einem schönen Haus mit Garten. Ein echtes Vorzeigepaar wäre da nicht der Verlust ihres Sohnes, der erst vierjährig von einem Auto überrollt wurde. Acht Monate sind seitdem verstrichen und Howie versucht, sich wieder im Alltag einzurichten. Becca dagegen meidet andere Menschen, so gut es geht. Mit ihrer Mutter und ihrer schwangeren Schwester hat sie genug am Hals. Sie sucht einzig den Kontakt zu Jason, gerade jenem Teenager, der das Unfallauto gefahren hat.
Der Film basiert auf einem in den USA erfolgreichen Theaterstück, das unter anderem mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde. Er bleibt nahe bei den Eheleuten, die mit Nicole Kidman und Aaron Eckhart blond und attraktiv in Szene gesetzt sind. Beide wissen, sensibel zu agieren, besonders Kidman spielt ihre Rolle nuanciert. Es ist tragisch, wenn Becca in einer Selbsthilfegruppe verwaister Eltern, keine Hilfe erkennen kann, ja diese sogar noch sabotiert. Religiösen Halt hat sie keinen, das ergebene Hinnehmen anderer Eltern provoziert und frustriert sie. Mit ihrem Mann kann sie bei aller Offenheit über das Eigentliche nicht reden. Da eröffnet ihr der Kontakt zu Jason einen anderen Blick. Der Heranwachsende beschäftigt sich mit Paralleluniversen und zeichnet Comics. Becca lässt sich auf seine Gedankenwelt ein und begibt sich so unbewusst auf einen Weg der Versöhnung, der über das blosse Wissen um Verlust und Schuld hinausgeht.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Rabbit Hole», USA 2010, Regie: John Cameron Mitchell, Besetzung: Nicole Kidman, Aaron Eckhart, Miles Teller, Sandra Oh, Verleih: Filmcooperative Zürich, http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.rabbitholefilm.com
Kinostart: 12. Mai 2011
| «Rabbit Hole» ist unser Film des Monats Mai und als pdf abrufbar. Film-des-Monats-Archiv |
