Private
Das Haus des Lehrers Mohammad und seiner Familie steht ungünstig. Zwischen einem palästinensischen Dorf und dem nächsten israelischen Stützpunkt liegt es genau in der Schusslinie eines labilen Unfriedens. Als es von einer Truppe israelischer Soldaten besetzt wird, weigert sich Mohammad, sein Haus zu verlassen. Auch nötigt er seine Frau und die vier Kinder trotz der Einschränkungen durch die Soldaten zum Bleiben. Es beginnt ein Ausharren unter beengten und bedrohlichen Verhältnissen. Doch Mohammad will das Feld nicht für den Krieg räumen, auch wenn sein Pazifismus auf eine harte Probe gestellt wird.
Das Drama basiert auf realen Begebenheiten und inszeniert eine bisher unbekannte Randerscheinung des israelisch-palästinensischen Konflikts: Die Besetzung von Privateigentum durch die israelische Armee, die in ein absurdes Zusammenleben mündet, wenn die betroffenen Palästinenser nicht weichen. Hier entsteht ein Ineinander von Politischem und Privatem, das weit über blosse Schlagworte hinausgeht. Dies spiegelt auch die Genese des Films wider, der nicht im nahen Osten gedreht werden konnte, sondern in Italien entstand. Auch die Zusammenarbeit der arabischen und israelischen Darsteller auf dem Set verlief nicht immer spannungslos. Doch ist ein mutiges Dokument darüber entstanden, wie Gewalt durch blosse Menschlichkeit irritiert wird.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
„Private“, Italien 2003, Regie: Saverio Costanzo; Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch
Kinostart: 7. April 2005
