Pressemitteilung: „film-dienst“ vor dem Aus

(film-dienst) Der „film-dienst“, die älteste und renommierteste deutsche Filmzeitschrift, steht nach 55 Jahren kontinuierlichen Erscheinens vor dem Aus.

In Folge sinkender Kirchensteuermittel sieht sich der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) nicht mehr in der Lage, das Katholische Institut für Medieninformation KIM, Köln, in dem der „film-dienst“ erscheint, weiter zu unterhalten. Das Institut wird zum 31. Dezember dieses Jahres aufgelöst. Damit droht auch der „film-dienst“ seine wirtschaftliche Basis zu verlieren. Falls sich in den nächsten Monaten kein anderer Finanzier findet, der zumindest für einen Teil der bisherigen Zuschüsse in die Bresche springt, soll die Zeitschrift zum 30.6.2003 eingestellt werden.

Bislang erscheint der „film-dienst“ vierzehntäglich in einer Auflage von 6´500 Exemplaren. Seit 1947 rezensiert die Zeitschrift lückenlos alle Filme, die in Deutschland ins Kino kommen. Darüber hinaus veröffentlicht sie u.a. Porträts, Festival- und Auslandsberichte sowie exklusive Hintergrundinformationen zur Filmpolitik und zur Entwicklung speziell der deutschen Produktionslandschaft. Auf den Rezensionen des „film-dienst“ basieren auch das „Lexikon des Internationalen Films“, das im Oktober 2002 im Verlag Zweitausendeins in einer neuen, umfangreich überarbeiteten Gesamtausgabe erschien, sowie die Filmjahrbücher im Schüren-Verlag, Marburg. Wie kaum eine andere Filmzeitschrift reagiert der „film-dienst“ kritisch und kompetent auf die jeweiligen Veränderungen des Kino- und Filmmarktes; so zählte er u.a. zu den ersten Publikationen, die sich mit Kinofilmen auf Video und DVD auseinander setzten. An den Wandlungen der Publikation, die einst aus jugend- und medienpädagogischen Impulsen heraus gegründet wurde, lässt sich nicht nur der historische Diskurs über Filme verfolgen, sondern auch ein gutes Stück bundesdeutscher Kulturgeschichte ablesen.

Das Aus bedroht den „film-dienst“ zu einem Zeitpunkt, an dem er mit einer aufwändigen Überarbeitung seines Internet-Auftritts, mit diversen Medienpartnerschaften sowie mit einer Neukonzeption des Printprodukts selbst vor einer neuen Profilierung steht. Erst vor wenigen Tagen wurde der „film-dienst“ ex aequo mit der Zeitschrift „epd Film“ mit dem von der Filmstiftung NRW mit 15´000 Euro dotierten Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet, der am 20. Januar 2003 in Düsseldorf verliehen wird.

Information: Redaktion „film-dienst“, Am Hof 28, 50667 Köln, Telefon: ++49 (0221) 925463 27 29 33, E-Mail: koll@kim-info.de, Internet: http://www.film-dienst.de