Preise am Kinder- und Jugendfilmfestival in Zlin
Das 50. Internationale Festival für Kinder- und Jugendfilme im tschechischen Zlin wurde mit einem reichhaltigen Programm gefeiert. Die Ökumenische Jury hat im Wettbewerb der Filme für Kinder „The Indian“ ausgezeichnet. Im Wettbewerb der Filme für Jugendliche gewann die schwedische Produktion „Sebbe“, die auch den Preis der offiziellen Jury erhielt.
„Sebbe“ des schwedischen Regisseurs iranischer Herkunft Babak Najafi erzählt von einem 15-jährigen Jungen, der mit seiner Mutter in einer viel zu kleinen Wohnung wohnt. Der Junge liebt seine Mutter, obwohl sie kaum Zeit für ihn hat und nicht nur viel weg ist, sondern auch trinkt. Hinzu kommt, dass er an der Schule dauernd schwere Misshandlungen seitens seiner Mitschüler erleidet. Die Jury hebt in ihrer Preisbegründung hervor, dass der Film diese Lebenssituation auf eine höchst innovative und eindrückliche Art und Weise zeigt, „hauptsächlich indem Sebbes Perspektive und Gefühle eingehend exponiert werden, seine Suche nach Liebe und sein Bestreben, auszubrechen und neue Hoffnung zu finden“.
Im Film „The Indian“ der holländischen Regisseurin Ineke Houtman steht der knapp achtjährige Koos peruanischer Herkunft im Mittelpunkt, der als Baby von holländischen Eltern adoptiert wurde. Seine Suche nach seinen indianischen Wurzeln wird intensiver, als seine Adoptivmutter schwanger wird. Die Jury sieht die Geschichte auf eine Art und Weise erzählt, „dass auch ein Kind die Gefühle von Koos nachvollziehen kann“, wie sie in ihrer Begründung betont. Sein Bestreben ist es, ein wahrer Indianer zu werden und seinen indianischen Namen zu entdecken, der spezielle Qualitäten oder Charakteristika seines Besitzers enthalten soll. Dabei entwickelt Koos einen starken Glauben, „der ihm aufzeigt, dass sein bester Freund nicht ausserhalb von ihm wohnt, sondern tief in seiner Seele“.
Die Ökumenische Jury, die insgesamt sechzehn Wettbewerbsfilme zu beurteilen hatte, wurde präsidiert vom reformierten Zürcher Pfarrer Thomas Schüpbach. Ferner waren die evangelische Pfarrerin Zuzana Alcnauerová aus der Slovakei und der rumänische Autor und Schauspieler Florin Kevorian aus Bukarest Mitglieder der Jury.
Hans Hodel, Präsident und Jurykoordinator Interfilm
