Preis der Ökumenischen Jury für «Mia Madre»

(medientipp) Am Filmfestival in Cannes hat die Ökumenische Jury Nanni Morettis Drama «Mia Madre» ausgezeichnet und zwei Regisseure mit Lobenden Erwähnungen gewürdigt.

«Mia Madre» (Italien 2015) handelt von einer Filmemacherin, deren Mutter im Sterben liegt. Als wäre das nicht schon schwer genug, macht ihr am Set ein Schauspieler mit seinen Allüren das Leben schwer und auch in der Familie läuft nicht alles rund. Nanni Morettis Film überzeugte die Jurymitglieder durch die Feinfühligkeit, mit der die Themen Sterben und Loslassen zwischen Tragik und Komik ausgeleuchtet werden. 

Die von Interfilm und Signis berufene Jury würdigte zudem Brillante Mendoza mit einer Lobenden Erwähnung für «Taklub» (Philippinen 2015). Ihr Urteil begründet die Jury mit der Sensibilität, mit der der philippinische Filmemacher Überlebende des Taifuns Hayan in der Stadt Tacloban poträtiert. Auch «La Loi du marché» (F 2015) von Stephan Brizé wurde mit einer Lobenden Erwähnung bedacht. Der Film schildert die Geschichte eines 51-jährigen Arbeitslosen. Die Jury hebt in ihrer Begründung die «prophetische Kritik an der Arbeitswelt» hervor und lobt die «scharfen Überlegungen zu unserer Komplizenschaft mit der unmenschlichen Logik des Warenhandels».

http://cannes.juryoecumenique.org/