Planet Hora
Yanna und Stephan sind Artistic-Co-Directors und arbeiten unablässig. Ihr minimalistisches Büro befindet sich in einem anonymen Hochhaus. Die beiden sitzen am gleichen Tisch, sprechen aber nicht miteinander. Wenn sie kommunizieren, dann per Mail oder Handy. Eines Tages wird ihnen schlagartig bewusst, dass ihre Arbeit kein Ziel hat.
Sie googeln nach Hilfe und finden sie im Reisebüro Aroh. Yanna und Stephan werden auf eine Exkursion ins All geschickt und lernen das Leben auf verschiedenen Planeten kennen.
Etwa dem Planeten 078 Tüüt-Tüüt, der kurz vor der Explosion steht und von Erdbeben erschüttert wird. Der lebenslängliche Beamte Löffel will vor dem Weltuntergang noch einen Beweis für seine Existenz organisieren. Das gelingt ihm nicht, denn der Weg durch das Amt ist zu lang. Bis das Anliegen bei Gott ankommt, ist es bereits zu spät.
Auf Urus landen die Reisenden in einem Garten-Eden. Hier scheint die Zeit stehen zu bleiben. Manchmal läuft sie gar zurück. Sie ist wertvoll und einfach zum Geniessen da.
Yanna und Stephan sehen auf ihrer Reise mögliche Zukünfte und durchschauen dabei die Logik ausbeuterischer Arbeit. Mit einfachen Mitteln – manchmal reicht es, einfach zu hüpfen – öffnet der Geheimbund der Horas Yanna und Stephan die Augen.
Die Horas sind in Wirklichkeit Teil der einzigen professionellen Theatergruppe von Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung. In ihrer neuesten Produktion beschäftigen sie sich mit dem Un-Sinn der Arbeit.
Eva Meienberg
«Planet Hora», Schweiz 2021, Regie: Yanna Rüger, Besetzung: Noha Badir, Remo Beuggert, Gianni Blumer; Verleih: Theater Hora , Internet:, Filmwebsite
Ab 3. Juni 2022 in Winterthur und Bern in den Kinos
