Pizza Bethlehem

Fussball ist eine Schule des Lebens. Und Fussball gilt als der herausragende Ort für die Integration von jungen Menschen aus verschiedenen Kulturen. Dass dies auch für den Mädchenfussball gilt ist wenig überraschend. Bruno Moll hat sich im Berner Bethlehem Quartier umgesehen. Im sogenannten Wilden Westen der Stadt leben Einwohner aus 30 Nationen. Der Ausländeranteil von 36 Prozent gehört zu den höchsten in der Schweiz. Hier bildet sich ein Schmelztiegel der Kulturen und Lebensstile.

Regisseur Moll präsentiert einen vielschichtigen und berührenden Dokumentarfilm über das Leben von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund. Im Spiel der Juniorinnen B aus Bethlehem zeigt sich die integrative Kraft des gemeinsamen Tuns. Marie, Agime, Rosa, Elmaze, Tiziana und die anderen sind so überzeugend und frisch, weil sie im besten Sinn sich selber und bei sich selber sind. Dabei kommen Selbstverständnis, Träume und Sorgen, das Verbindende und Trennende der jungen Frauen zum Vorschein. So zeigt sich, dass das Quartier Bethlehem sowohl eine ´Problemzone´ als auch ein lebendiges Soziotop darstellt. Hier bildet sich eine neue Form von Zivilgesellschaft. Sie wird getragen von einer Generation junger Frauen, die sich hier heimisch fühlen und ihre Bildungschancen wahrnehmen. Die Kraft dazu ziehen sie aus dem Fussball. Hier lernen sie, sich selbst zu finden und als Team gemeinsam stark zu sein.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„Pizza Bethlehem“, Schweiz 2010, Regie: Bruno Moll, Dokumentarfilm; Verleih: Trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org, Filmwebsite: http://www.trigon-film.org/de/movies/Pizza_bethlehem

Kinostart: 8. April 2010