Philosophie. Sind wir bereit für eine Katastrophe?

Spätestens seit 1944 in Hiroshima die erste Atombombe in einem Krieg fiel, sind Katastrophenszenarien aus dem öffentlichen Diskurs nicht wegzudenken. Im Zeitalter des Klimawandels hat sich diese Entwicklung noch verstärkt. Aber ist es sinnvoll, die Menschen mit Katastrophenszenarien wachzurütteln? Allzu drastische Panikmache stösst meist auf Ablehnung und diskreditiert die Politik. Aber lässt sich Katastrophenangst nicht auch – im Sinne der «Heuristik der Furcht» des Philosophen Hans Jonas – positiv nutzen? Und was ist von der «Kollapsologie» zu halten, die vor dem Zusammenbruch der thermo-industriellen Zivilisation warnt und Weltuntergangsstimmung verbreitet? Zu Gast in der Sendung ist Anne Rumin, die am renommierten Politikwissenschaftsinstitut Sciences Po einen Master in Politischer Theorie absolviert hat. Das Thema ihrer Abschlussarbeit war das politische Timing des Kollapsologie-Diskurses. Ausserdem zu Gast: Pierre-Henri Castel, der Forschungsleiter am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) und praktizierender Psychoanalytiker ist