Philosophie. Ist Ökologie fortschrittsfeindlich?

5G-Moratorium, Misstrauen gegenüber technischen Innovationen, Postwachstums-Ideologie: Werden Umweltschützer allmählich zu Feinden des Fortschritts? Oder kämpfen sie für einen anderen, weniger materialistisch orientierten Fortschritt? Kann sich Umweltschutz am Menschen orientieren oder betrachtet er die Menschheit als Gegenspieler der Natur? Diese Fragen versucht der französisch-schweizerische Umweltphilosoph Dominique Bourg zu beantworten. Er ist Honorarprofessor an der Université de Lausanne, beschäftigt sich mit ökologischen Denkansätzen und stand 2019 bei der Europawahl in Frankreich auf dem ersten Listenplatz der Partei Urgence Ecologie. Bourg gibt Denkanstösse, um Wachstum neu zu definieren. Andere Stimmen behaupten, jede Epoche sei das Resultat eines technischen Kompromisses: zwischen einer neuen Phase der Naturausbeutung und der Entwicklung technischer Mittel, die vor den daraus resultierenden Gefahren schützen. Diese These untersucht Ferghane Azihari, Journalist und unabhängiger Berater für Staatspolitik