Persepolis

Marjane ist gerade mal 10 Jahre alt, als der persische Schah flieht und Ajatollah Chomeini die «Islamische Republik» ausruft. Schnell kippt der Jubel in Trauer und Wut, denn auch das neue Regime kehrt mit eisernen Besen und die Familie Marjanes leidet unter den neuen Repressionen.

Die inzwischen in Paris lebende Marjane Satrapi hat ihre erfolgreichen autobiographischen Comics verfilmt. Ihrem Stil ist sie dabei treu geblieben: grossflächige Zeichnungen in schwarzweissem Kontrast spiegeln eine kindliche Perspektive, Scherenschnitte erinnern an Märchenbilder, aber «Persepolis» ist alles andere als ein Zeichentrickfilm für Kinder. Wenn der Ton auch gewitzt ist, geht es doch um die neuere Geschichte des Iran, um Unterdrückung, Folter, Krieg und Exil. Die ganz normalen Irrungen einer Pubertierenden bleiben immer eingespannt in Tagespolitik. Als junge Frau muss sie erleben, wie ein Freund nach einer illegalen, weil «sittenlosen» Party umkommt. Wie der Film trotz dieser politischen Schwere seine ganz eigene Leichtigkeit entwickelt, ist einzigartig. Den letzten Schliff trägt die Tonspur bei, einerseits mit namhaften Sprecherinnen wie Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve und Danielle Darrieux, andererseits lässt der Sound das Rebellische an der Rockmusik aufleben. Kurzum: Satrapi trifft den richtigen Ton.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«Persepolis», Frankreich 2007, Regie: Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud, Animationsfilm mit den Stimmen von: Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve, Danielle Darrieux u.a., Verleih: Filmcooperative Zürich, Internet: http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.myspace.com/persepolis_derfilm

Kinostart: 11. Oktober 2007