Paul Verhoeven – Meister der Provokation
Paul Verhoevens «Fleisch und Blut» (ES/NL/US 1985), der im Mittelalter spielt und durch seine ausserordentliche Brutalität hervorsticht, war in den USA zwar kein Erfolg, ermöglichte dem niederländischen Regisseur aber eine Karriere in Hollywood. Hier drehte er Filme wie «Die totale Erinnerung – Total Recall» (US 1990) und «Basic Instinct» (US/FR 1992). In «Total Recall», der auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick beruht, entwirft Verhoeven ein schrilles Zukunftsszenario in grellen Farben. In «Showgirls» macht der Niederländer einmal mehr den Zusammenhang von männlich dominierter Sexualität und Gewalt zum Thema. Auch hier ist die Art und Weise, wie die Glitzerwelt des Las Vegas der 90er Jahre gezeigt wird, stark stilisiert. Alles ist künstlich. Der Titel der Dokumentation «Paul Verhoeven – Meister der Provokation» spricht für sich. Eine moralische Lesart lässt sich bei diesem Regisseur nicht ansetzen. Stattdessen muss seine spezifische Ästhetik genauer unter die Lupe genommen werden.
«Showgirls» und «Fleisch und Blut» werden am 22.01.2017 ab 21.45 Uhr auf Arte gezeigt.
