Parteilichkeit

Regisseur Peter Mullan ergreift Partei für ausgebeutete Frauen in Irland

Filme wie „The Magdalene Sisters“, der seit dem 13. Februar in den Schweizer Kinos gezeigt wird, wären für die katholische Kirche eine Möglichkeit, sich mit Fehlern zu konfrontieren und aus der eigenen Geschichte zu lernen. Insbesondere ginge es darum, nicht nur auf Angriffe zu reagieren, sondern schwierige Fragen aktiv anzugehen. Es ist jedoch festzustellen, dass der Vatikan bei Fragen des Machtmissbrauchs und der sexuellen Ausbeutung weiterhin in einem Abwehrreflex verharrt. Bei der Verleihung des Goldenen Löwen an den Film „The Magdalene Sisters“ am Filmfestival Venedig 2002 hatte die römische Kurie offensichtlich Mühe, die Perspektive des Films zu deuten. Die vatikanische Tageszeitung „L´Osservatore Romano“ kommentierte den Film als „wütende und rachsüchtige Provokation“ und Kardinal Ersilio Tonini urteilte über die Auszeichnung kurz und bündig: „Der Film sagt nicht die Wahrheit über die Kirche und ist auch kein Ruhmesblatt für das Festival.“ Mullan verteidigte seinen Film in einem offenen Brief an den Osservatore: „Ich bin kein Antikatholik, doch die Kirche muss um Verzeihung bitten für all das, was passiert ist.“ Charles Martig, Filmpublizist und Geschäftsführer Katholischer Mediendienst, kommentiert die Bedeutung des Films für die kollektive Verarbeitung des begangenen Unrechts an irischen Frauen.

Der Film kann aufgerufen werden unter:
http://www.medienheft.ch/kritik/bibliothek/k19_MartigCharles.html