Paradies: Glaube

Die Röntgenassistentin Anna Maria (Maria Hofstätter) lebt ganz für ihren Glauben: In ihrer Freizeit trägt sie die Wandermuttergottes zu Migranten, Ausgestossenen und Sündern, um diese zu missionieren. Vergehen anderer nimmt Anna Maria bereitwillig auf sich, um sich dafür im Angesicht des Kreuzes zu geisseln. Ein besonderes Verhältnis pflegt die Alleinstehende zu Jesus, den sie in hingebungsvoller Liebe verehrt. Dass die Strenggläubige mit einem Moslem verheiratet ist, empfindet sie wie eine Schuld aus einem früheren Leben. Auf die unerwartete Rückkehr ihres Mannes Nabil (Nabil Saleh), der im Rollstuhl sitzt, reagiert die Katholikin mit Eiseskälte. Sie versorgt ihn zwar, vermeidet aber jede Form der Nähe oder Zärtlichkeit. Um ihre Blockade aufzubrechen, beginnt Nabil einen Psychokrieg. Im zweiten Teil seiner «Paradies»-Trilogie verknüpfte der österreichische Regisseur Ulrich Seidl das Leitmotiv Sex mit dem Reizthema Religion – und löste damit einen Skandal aus in der katholischen Welt. «Paradies: Glaube» erhielt 2012 in Venedig den Spezialpreis der Festivaljury

Filmtipp Mai 2013: