On the Way to School

Der französische Regisseur Pascal Plisson begleitet in seinem Dokumentarfilm vier Kinder auf ihrem Schulweg: Jackson aus Kenia, Zahira aus Marokko, Samuel aus Indien und Carlito aus Argentinien. Sie alle legen kilometerlange und beschwerliche Strecken zurück; durchs Gebirge, vorbei an wilden Elefanten – zu Pferd, im Rollstuhl oder zu Fuss. Um am Unterricht teilzunehmen, nehmen sie jede Anstrengung und jede Gefahr auf sich.

Plisson hat ganz auf einen Off-Kommentar verzichtet und damit auch auf erklärende Kommentare zu Leben und Situation der Kinder. Abgesehen von einigen Szenen, die provoziert und damit gestellt wirken, verhalten sich die Kinder meist erstaunlich natürlich, besonders wenn sie ihren Alltagshandlungen nachgehen. Das erstaunt umso mehr, weil alle zum ersten Mal vor der Kamera standen. Die spontanen Momente sind denn auch die berührendsten und schönsten des Films. Dramaturgisch geschickt montiert, macht Plisson die Schulwege auch für die Zuschauer zu einem spannungsgeladenen Erlebnis. Die Reise mit ihren spektakulären Momenten sowie atemberaubende Landschaftsaufnahmen dominieren den Film, dennoch ist er auch ein Plädoyer für Bildung: In einer Zeit, wo Weiterbildungen und Diplome gesammelt werden, tut ein Blick gut in Länder, wo selbst eine Grundausbildung nicht die Regel ist, aber bereits hilft, ein besseres Leben zu führen.

Andrea Lüthi, Kulturjournalistin
andrea.luethi@medientipp.ch

«On the Way to School», Frankreich 2012, Regie: Pascal Plisson; Verleih: Praesens-Film AG, Internet: http://www.praesens.com

Kinostart: 5. Dezember 2013