Oltre il confine

Rolando Colla führt in seinem Film «Oltre il confine» Personen zusammen, die vom Krieg in Bosnien traumatisiert sind und zugleich Erinnerungen mit sich tragen, die fünfzig Jahre zurückliegen. Es ist ein Film gegen das Verdrängen, der auch die Grenzen schweizerischer Asylpolitik vor Augen führt.

Die attraktive Architektin Agnese wird in das letzte noch existierende Kriegsveteranenheim Italiens bestellt, wo ihr kranker Vater lebt. Der Arzt des Hauses bestimmt den bosnischen Flüchtling Reuf als Nachtwache des Vaters. Doch der Kommandant des Heims lässt den papierlosen Reuf arretieren. Unversehens lernt Agnese die Geschichte von Reuf kennen, die sie in das vom Krieg versehrte Bosnien führt, um seine Tochter Ada abzuholen und nach Italien zu bringen. Auf dieser Reise beginnt sie sich an ihre verdrängte Kindheit nach dem 2. Weltkrieg zu erinnern, und Erfahrungen aus zwei verschiedenen Kriegen treffen aufeinander. Ein an Realschauplätzen und mit Handkamera gedrehter Film, der auf Effekthascherei verzichtet und doch unter die Haut geht.

Hans Hodel, Filmbeauftragter Reformierte Medien

«Oltre il confine», von Rolando Colla, Schweiz/Italien 2002, Verleih: Filmcooperative, Heinrichstr. 114, 8005 Zürich, Telefon: ++41 (0)1 448 44 22, Fax: ++41 (0)1 448 44 28, E-Mail: info@filmcoopi.ch, Internet: http://www.filmcoopi.ch

«Oltre il confine» wurde für den Schweizer Filmpreis 2002 nominiert.

Kinostart in Bern, Zürich, Winterthur: 6. Februar