Okay
Nete ist eine 35-jährige Frau, die es nie wirklich geschafft hat, eine Beziehung zu ihrem Vater aufzubauen. Dank ihrem Organisationstalent hat sie ihre Verpflichtungen als berufstätige Frau und Mutter im Griff. Als ihr Vater jedoch plötzlich krank wird – und ihm nur noch drei Wochen Lebenserwartung gegeben werden – entschliesst sie kurzerhand, den Vater in die Familienwohnung aufzunehmen. Dieser fügt sich dieser «Einladung» nur widerwillig. Von nun an ist gar nichts mehr okay: Die Anwesenheit des kranken Vaters wird zur Belastungsprobe für die Familie. Die bereits gespannten Beziehungen zwischen Nete und ihrem Ehemann Kristian sowie zur Tochter im Teenager Alter werden auf die Probe gestellt.
Dem Vater geht es im Verlauf der Wochen immer besser, der dänischen Kleinfamilie immer schlechter. Nete realisiert erst nach einigen Monaten, dass ihr Vater nicht unmittelbar sterben wird. Mit den zunehmenden Erwartungen und Verpflichtungen wird sie nicht mehr fertig. Diese Situation stellt sie vor unlösbare Probleme.
Während sie nach Kräften in sich selbst schöpft, sucht ihr Ehemann den Ausweg in einer Affäre. Als dies Nete und ihre Tochter bemerken, kommt es zu einer explosiven Situation.
Paprika Steen verkörpert die Rolle der Frau, die scheinbar alles unter Kontrolle hat, mit Bravour. Nete muss lernen, die Kontrolle über ihr eigenes Leben und das Leben ihrer Familie zu lösen, damit sie ihre Liebsten in einer echten Beziehung wieder finden kann. Der dänische Regisseur Jesper Nielsen erzählt eine emotional aufgeladene Geschichte, die sich mit Tod und Liebe im alltäglichen Leben auseinander setzt. Dabei gelingt ihm ein mutiger Film, der mit Gefühlen und Konflikten aufrichtig umgeht und mögliche Lösungswege aufzeigt.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Okay». Dänemark 2002, Regie: Jesper W. Nielsen, Besetzung: Paprika Steen, Ole Ernst, Troels Lyby, Nicolaj Kopernikus, Verleih: LOOK NOW!, Internet: http://www.looknow.ch
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