Oekumenische Jury am 16. Internat. Filmfestival Fribourg
Mit dem marokkanischen Road Movie „Aoud Rih“ (Le Cheval de vent / Das Windpferd) ist am Sonntagabend in Fribourg im vollbesetzten und von viel Prominenz besuchten Kino Rex das 16. Internat. Festival de Film du Sud eröffnet worden. Neben dem bisherigen erfahrenen künstlerischen Direktor Martial Knaebel und dem administrativen Leiter Walter Rugo sorgt die neue koordinierende Direktorin Rachel Brulhart für vermehrte organisatorische Effizienz im ständig erfolgreicher gewordenen Festival. Mit 98 Produktionen aus nahezu 40 Ländern ist auch dieses Jahr ein grenzenlos vielfältiges Programm zusammengestellt worden. Filmemacherinnen und Filmemacher aus aller Welt zeigen ihre Sicht des Südens.
Dazu gehören u.a. auch bekannte Filmemacher aus der Schweiz. Neben Mohammed Soudani, der 1997 mit seinem Film „Waalo Fendo“ den Schweizer Filmpreis gewonnen hat, und Vadim Jendreyko, der mit „Bashkim“ soeben mit dem Schweizer Filmpreis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, zeigt Nino Jacusso in der neu eingerichteten Sektion „Panorama“ seinen überzeugenden neuen Spielfilm „Escape to Paradise“. Mit diesen und anderen Filmen erweiterte das Festival seinen Blick auf den Süden und macht unter dem Motto „bleiben, gehen“ bewusst, dass die weltweite Migration die Grenzen der beiden Hemisphären schon längst verwischt hat und der Süden auch Teil unserer mitteleuropäischen Gesellschaft ist.
Bei der offiziellen Auswahl für den Wettbewerb um den mit Fr. 30´000 dotierten Preis „le Regard d´or“ und den Preis SSA / Suissimage des besten Drehbuchs sind allerdings nach wie vor Produktionen aus nichteuropäischen Ländern berücksichtigt worden, insgesamt 12 Spielfilm aus 10 Ländern. Obwohl die zumeist jungen Regisseure u.a. aus Marokko, Usbekistan, Senegal und Venezuela anreisen, haben sich mit Südkorea, China und Thailand die Länder aus Asien bei der Auswahl als ein besonders fruchtbares Terrain für junge Talente erwiesen. Diese Filme werden neben anderen nicht offiziellen Jurys auch von einer aus vier Mitgliedern bestehenden Oekumenischen Jury beurteilt, die den von „Brot für alle“ und „Fastenopfer“ mit Fr. 5´000 dotierten Preis vergeben kann. Ihr gehören neben der im Bereich der Promotion von Filmen aus dem Süden engagierten deutschen Produzentin Bärbel Mauch, der belgischen Medienpädagogin Hanne Suykerbuyk und dem seit dreissig Jahren in der Schweiz lebenden indischen Erwachsenenbildner Mani Mezhukanal auch die seit vielen Jahren bei „Brot für alle“ arbeitende Animatorin Annemarie Friedli an. Man darf auf die am nächsten Sonntagabend erfolgende Preisverleihung gespannt sein.
Hans Hodel, Filmbeauftragter der Reformierten Medien
http://www.zoom.ch/verleih
