Numafung
Die Hochlandidylle, wie sie der Westen von Nepal erwartet, wird bald gestört: Eine Gruppe Männer kommt ins Dorf und hält um die Hand von Numafung an. Dass die junge Frau noch nicht heiraten möchte und schon gar keinen Unbekannten, stört ihren Vater wenig, sobald der Preis stimmt. Doch die Ehe dauert nur kurz. Als trauernde Witwe kehrt Numafung zu ihrer Familie zurück, bis schon der zweite Mann mit Brautpreis vor der Tür steht.
«Numafung» ist der erste nepalesische Film in Schweizer Kinos. Er öffnet den Blick für die fremde Kultur der Limbu, einer der vielen Ethnien Nepals. Regisseur Nabin Subba thematisiert die Stellung der Frau in der Limbu-Gesellschaft. Da ist einerseits die relative Machtposition der Mütter und Schwiegermütter. Da ist andererseits die Abhängigkeit der Töchter in einem patriarchalen System. Die Härte des Heiratsschachers verschärft sich, wenn eine Frau ihrem Mann davon läuft. Dann nämlich trifft es ihre Eltern hart, müssen sie doch den Brautpreis doppelt zurückzahlen.
Die Geschichte Numafungs ist aus der Sicht ihrer jüngeren Schwester erzählt. Sie beobachtet das Geschehen, halb spielerisch und halb wissend, dass sie selbst einmal heiratsfähig sein wird. So ist die Perspektive des Films in der Welt verwurzelt, die er darstellt. Hier zeigt sich eine eigenständige, teils fremde Bildsprache, jenseits von Bollywood.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
chrisitine.stark@ref.ch
«Numafung», Nepal 2001, Regie: Nabin Subba, Besetzung: Anupama Subba, Niwahangma Limboo, Alok Nembang, trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org
