Nobody knows

Eine Frau bezieht mit ihrem Sohn irgendwo in Tokyo eine kleine Wohnung. Sie haben schwere Koffer dabei, und als sie allein sind, holen sie aus ihnen zwei Mädchen und einen Buben heraus. Von diesen darf niemand etwas wissen, weil die Wohnung nur für zwei Personen vermietet wurde. Vier Kinder von vier verschiedenen Vätern, eine Mutter, die sie auch bald immer öfter allein lassen wird.

Der Japaner Kore-eda wurde durch Zeitungsberichte über eine reale Begebenheit zu seinem Film angeregt. Er inszeniert die Geschichte von vier sich selbst überlassenen Geschwistern und ihren zögerlichen Schritten in die Welt in ruhigen und poetischen Bildern. Es ist eine Geschichte über Fürsorge und kindlichen Entdeckungsdrang, aber auch über Einsamkeit und Verwahrlosung.

Der Film beobachtet sehr genau und bildet die schleichenden Veränderungen im Alltag der Kinder durch vier Jahreszeiten hindurch ab. Zuweilen ist dies zu langsam geraten und kann langweilig wirken, weil nur wenig passiert. Doch unter der Haut der Kinder geschieht einiges. Dies wird durch die erstaunliche darstellerische Leistung aller Beteiligten vermittelt. Herausragend ist der erst 14jährige Yuya Yagira, der den ältesten Sohn spielt und in Cannes mit dem Preis für den besten Darsteller geehrt wurde, womit er einige Berühmtheiten in den Schatten gestellt hat.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

„Nobody knows“, Japan 2004, Regie: Hirokazu Kore-eda; Verleih: trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org

Kinostart: 14. April 2005

Zürich: Reihe „Unterwegs in die andere Kinodimension“

„Nobody knows“ ist der Eröffnungsfilm einer Reihe im Kino Nordsüd in Zürich mit herausragenden Filmen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Reihe mit dem Titel „Unterwegs in die andere Kinodimension“ dauert bis Ende 2005. Weitere Informationen: http://www.trigon-film.org/de/index.php?id=56
Eine reich bebildertes Programmbüchlein mit Lesestoff zu den Filmen der Reihe liegt in den Kinos auf.