No
Pablo Larraín erzählt in «No» mit grosser Leichtigkeit vom Übergang zwischen Diktatur und Demokratie in Chile. Ende der achtziger Jahre arbeitet René Saavedra an einer Werbekampagne, die sich gegen ein Referendum des Pinochet-Regimes wendet. Der Werbefachmann setzt dabei auf die Wirkung von Fernsehbildern. Niemand glaubt an einen Sieg der Opposition, ausser Saavedra, der unkonventionell vorgeht. Mit schwungvollen Songs, witzigen Spots und dem Versprechen kommenden Glücks gestaltet er die Nein-Kampagne, mit der er eine Stimmung von Aufbruch und Neubeginn verbreitet.
Der Regisseur geht hinter die Kulissen von Marketingstrategien. Die Diktatur wird mit den Mitteln besiegt, die sie selbst ins Land geholt hat. Dabei bringt Pablo Larraín auch die für den politischen Widerstand heute aktuell gebliebene Spannung zwischen der Erinnerung an die Opfer und dem Versprechen einer besseren Zukunft zur Sprache. Mit dem Format der Werbespots gewinnt der Film eine eigene dokumentarische Überzeugungskraft. Im Spiel der Wunschbilder und der Emotionen kommt eine Diktatur an ihr Ende, die weder das Recht noch die Freiheit der Einzelnen respektierte. Diese Satire ist eine Gratwanderung, denn sie zeigt, dass auch der politische Diskurs in eine kommerzielle Werbekampagne überführt werden kann. «No» steht aber auch für die Kraft bei Neuanfängen jenseits willkürlicher Gewalt und politischer Unterdrückung.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«No», Chile/USA/Mexiko 2012, Regie: Pablo Larraín, Besetzung: Gael García Bernal, Alfredo Castro, Antonia Zegers; Verleih: Cineworx, http://www.cineworx.ch
Kinostart: 21. März 2013
