No more Smoke Signals
Mitten im Lakota-Reservat steht ein Radiosender. Früher waren es Rauchzeichen. Heute sind es Worte und Musik aus dem Radio, die der Indianergemeinschaft ein neues Selbstbewusstsein geben. Derrick Janis hat hier eine Arbeit als DJ gefunden. „Früher waren wir Krieger. Das stelle ich mir gerne vor. Ich als Krieger auf einem Pferd. Heute sieht alles anders aus, und ich bin ein DJ auf einem Hügel.“ Der Dokumentarfilm der Schweizerin Fanny Bräuning zeigt, wie wichtig das Gemeinschaftsradio „Kili“ für die kulturelle Identität der Lakota ist. Neben politischen Aktivisten und alleinerziehenden Müttern haben hier auch zahlreiche junge Leute, die ohne Perspektive sind, eine neue Heimat gefunden.
„Kili“ bedeutet in Lakota „cool, grossartig“ und verkörpert Aufbruchstimmung. Doch zeigt der Film auch die prekären Verhältnisse im Pine-Ridge-Reservat: Frappant und stossend ist, dass eine derartige Diskriminierung mitten in den USA heute noch möglich ist. Der wirtschaftlichen Vernachlässigung und kulturellen Ausgrenzung halten die Lakota nun ihre Sprache und den Stolz auf ihre Kultur entgegen. Ein Höhepunkt des filmischen Dokuments ist der traditionelle Ritt zum „Wounded Knee“ – zur Erinnerung an Niederlage und Aufstand. Die Stärken des Dokumentarfilms liegen jedoch nicht in dieser „Ethno-Nostalgie“, sondern in den Gesprächen mit Menschen, die im „Kili“-Radio eindrücklich von ihrem Alltag erzählen.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
„No more Smoke Signals“, Schweiz 2008, Regie: Fanny Bräuning, Dokumentarfilm, Verleih: Columbus Film AG, Internet: http://www.columbusfilm.ch, Filmwebsite: http://www.distantlights.ch/nomoresmokesignals/de
Kinostart: 16. April 2009
| Radiohinweis: Passage2. No More Smoke Signals Freitag, 17. April, 20.00 Uhr, DRS2 (WH: Sonntag, 15.00) |
