Nijinsky. Ballett von John Neumeier, Staatsoper Hamburg, Mai 2017
Am 19. Januar 1919 tanzte Nijinsky im Ballsaal des Suvretta House in St. Moritz zum letzten Mal öffentlich. Er nannte seine Vorstellung «Hochzeit mit Gott». John Neumeiers Ballett «Nijinsky» beginnt mit einer realistischen Wiedergabe dieser Szene. Die folgende Choreografie erzählt von Nijinskys Gedanken, Erinnerungen und Wahnvorstellungen während seines letzten Auftritts. Hervorgerufen durch das Trugbild seines ehemaligen Mentors, Impresarios und Liebhabers Sergej Djagilew, ruft sich Nijinsky Bilder seiner sensationellen Karriere mit den Ballets Russes ins Gedächtnis zurück. Im zweiten Teil führt Nijinskys Wahnsinn den Zuschauer tiefer in sein inneres Wesen. Erinnerungen an Kindheit, Familie, Schule und Mariinski-Theater vermischen sich mit albtraumhaften Kriegsvisionen und der Untreue seiner Frau. Die skandalträchtige Premiere seines Balletts «Le Sacre du Printemps» wird der Brutalität des Ersten Weltkriegs und dem Tod seines Bruders Stanislaw gegenübergestellt
