Namibia Crossings

Musik als Mittel harmonischer Völkerverständigung. So etwas muss dem Cellisten Bernhard Göttert vorgeschwebt sein, als er 12 Musiker und Musikerinnen aus Namibia, Zimbabwe, Angola, Russland und der Schweiz zu einem Tourneeprojekt durch seine Heimat Namibia einlud. Musik prägt den Film, der die bunte Truppe vom Kennenlernen übers Improvisieren bis zum Ende der Tour begleitet. Sie nennen sich «Hambana Sound Company», und ihre Stücke vereinen die unterschiedlichen Traditionen ihrer Mitglieder. Spannend sind dabei nicht nur die Musikstile, sondern auch die Frage, was sich die einzelnen von dem Projekt versprechen und wie sie miteinander umgehen.

Während ihrer Fahrt begegnen die Musiker den vielfältigen Gesichtern Namibias, sei es der Kultur der Buschmänner, seien es ärmliche Townships oder Weisse, die vergangenen Zeiten nachhängen. So wird die Reise im wackeligen Tourbus durch atemberaubende Landschaften eine Herausforderung für den Traum vom harmonischen Miteinander. Zwar finden sich die Rhythmen und Töne für kurze Momente zu gemeinsamen Melodien, doch werden auch Differenzen und Dissonanzen bemerkbar. So scheitert die zu naive Vorstellung einer Weltmusik, dafür kommen bei den Beteiligten Lernprozesse in Gang, an denen die Zuschauenden gerne teil haben.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«Namibia Crossings – Spirits & Limits», Schweiz 2004, Regie: Peter Liechti, Mitwirkende: Bernhard Göttert, Ermelinda Thataone, Fredy Studer; Verleih: LOOK NOW!, Internet: http://www.looknow.ch