Nagasaki. Warum fiel die zweite Bombe?

Am 6. und 9. August 1945 detonierten über Hiroshima und Nagasaki zum einzigen mal in der Geschichte zwei Atombomben in einem Krieg. Angeblich haben sie den Pazifikkrieg beendet. Diese Behauptung sei falsch, beklagen Historiker weltweit. In Wahrheit hätten die Angriffe lediglich Japans Grossstädte Nummer 67 und 68 zerstört, sagen sie. Der Eintritt der Sowjetunion in den Pazifikkrieg am 8. August 1945 und der Bruch des gültigen Neutralitätspaktes hätten wesentlich mehr als die Atombombe dazu beigetragen, dass Japan kapitulierte. Das erklären etwa der japanische Historiker Tsuyoshi Hasegawa und der US-amerikanische Oppenheimer-Biograf Martin J. Sherwin, die auch russische Archive ausgewertet haben. Denn Japan habe bis zuletzt auf Moskau als Vermittler einer diplomatischen Lösung gehofft. Militärisch sei das Land längst besiegt gewesen. Auch habe Amerika von Tokios Friedensavancen via Moskau gewusst. Warum aber fielen dann noch die Atombomben? Und warum gleich auf zwei Städte?