Nachbeben

(medientipp) Hans Peter, kurz HP genannt, ist ein erfolgreicher Banker, der mit seiner Frau, seinem Sohn und einem Au-Pair in einer Luxusvilla am Zürichsee lebt. Doch der Schein trügt, denn HP verheimlicht seiner Familie, dass er wegen Pleite die Villa zum Verkauf ausschreiben liess. Er lädt seinen Vorgesetzten zu einem Grillabend ein und hofft, ihm in freundschaftlicher Atmosphäre einen Deal zu entlocken. Aber sein Chef Philip bringt nicht nur seine Frau mit, sondern auch Gutzler, einen jungen, ehrgeizigen Mann, den er als Praktikant vorstellt. Die Gäste verhalten sich nicht, wie vorgesehen und der Abend gerät langsam ausser Kontrolle, als sich herausstellt, dass Philip HP bereits abgeschrieben hat und wegen einer Affäre selbst unter Druck steht. In ihrem Film erzählt Stina Werenfels, was sich im Bankermilieu nach dem Börsencrash 2001 verändert hat und wie die geschäftlichen und privaten Deals im Bankermilieu die ehemalige Freundschaft zwischen HP und seinem Chef längst zerfressen haben.

Nachdem „Nachbeben“ an der Berlinale zu sehen war, wurde der Film in Locarno 2006 in der Sektion „Appellations Suisse“ gezeigt. Anfang Jahr wurde „Nachbeben“ im Rahmen des Schweizer Filmpreises 2007 mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. „Nachbeben“ ist erstmals am Fernsehen zu sehen und eröffnet die Filmreihe zum 60-Jahre-Jubiläum des Internationalen Filmfestivals von Locarno.

„Nachbeben“ (Schweiz 2006), Regie: Stina Werenfels, Besetzung: Susanne-Marie Wrage, Michael Neuenschwander, Bettina Stucky, Leonardo Nigro, Georg Scharegg, Olivia Frolich; Filmwebsite: http://www.nachbeben.ch

Filmtipp (März 2006):
medientipp.ch/index.php?na=3,1&meid=56269

„Nachbeben“ wird im Rahmen der Reihe „60 Jahre Filmfestival Locarno“ im Schweizer Fernsehen gezeigt. Das vollständige Programm mit knapp 30 Filmen ist abrufbar unter:
http://www.sf.tv/sf1/film/filmreihen.php?docid=Locarno1